Wir forschen für die Zukunft krebskranker Kinder

Viele neue Möglichkeiten: Stammzelltransplantation und Immuntherapie

Prof. Dr. Ingo Müller

»Für eine maßgeschneiderte Therapie unserer Hochrisikopatienten forschen wir an individualisierten Ansätzen in der Blutstammzelltransplantation und Immuntherapie.«

Ausgangspunkt für unsere Arbeiten ist nicht ein einzelnes Krankheitsbild, sondern die Stammzelltransplantation als eine medizinische Therapiemethode. Sie kann auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten und dessen Erkrankung angepasst werden, so dass das einzugehende Risiko der Situation unserer Patienten angepasst und möglichst gering wird. Eine Stammzelltransplantation ist selbst schon eine Immuntherapie, aber sie bietet durch das neue Immunsystem auch eine Plattform, eine individualisierte zelluläre Immuntherapie anzuschließen, wenn das notwendig ist.

Von besonderem Interesse für uns ist die haploidentische Stammzelltransplantation, bei der ein Elternteil als Spender fungiert. Beispielsweise konnten wir zeigen, dass Mütter bessere Spender als Väter sind, wenn sich während der Schwangerschaft vom Kind auf die Mutter übertragene Zellen im Kreislauf gehalten haben. Kindliche Zellen konnten wir Jahrzehnte nach der Entbindung noch nachweisen. Nun versuchen wir die immunologischen Mechanismen noch detaillierter zu verstehen, um sie bestmöglich nutzen zu können.

Auch solide Tumoren sind für Kinder oftmals lebensbedrohend. Einer der häufigsten ist das Neuroblastom, das immer wieder erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. Selbst die intensivste Chemotherapie kann den Tumor leider manchmal nicht beseitigen. Interessanterweise gibt es Antikörper gegen diesen Tumor, die gesunde Menschen in sich tragen, ohne davon zu wissen. Diese Antikörper versuchen wir aufzureinigen, ihre Aminosäuresequenz zu entschlüsseln und schließlich in die Therapie des Neuroblastoms einzubringen.

Ingo Müller schloss die Studiengänge Biochemie und Medizin in Tübingen ab, die durch einen einjährigen Aufenthalt an der Harvard University (Boston, USA) sowie der Diplomarbeit am King’s College in London (UK) ergänzt wurden. 1998 wurde er im Fach Humanmedizin promoviert und begann die Facharztausbildung in der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Tübingen. Diese wurde durch einen zweijährigen Forschungsaufenthalt am renommierten St. Jude Children’s Research Hospital in Memphis (USA) unterbrochen. Seitdem konzentriert sich das Forschungsinteresse auf die Blutstammzelltransplantation mit ihren immunologischen Implikationen sowie auf die Einsatzmöglichkeiten dieser Methode bei verschiedenen Krankheiten. Nach Habilitation und klinischer Tätigkeit als Oberarzt dort übernahm Ingo Müller 2010 die Leitung der Sektion Stammzelltransplantation in der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des UKE und etablierte wesentliche Projekte seiner Arbeitsgruppe am Forschungsinstitut Kinderkrebs-Zentrum Hamburg e. V.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Wissenschaftsstiftung Hamburg

Lehmberg, K., Albert, M. H., Beier, R., Beutel, K., Gruhn, B., Kröger, N., Meisel, R., Schulz, A., Stachel, D., Woessmann, W., Janka, G., Müller, I. (2014). Treosulfan-based conditioning regimen for children and adolescents with hemophagocytic lymphohistiocytosis. Haematologica, 99:180-4.

Gieseke, F., Böhringer, J., Bussolari, R., Dominici, M., Handgretinger, R., Müller, I. (2010). Human multipotent mesenchymal stromal cells employ galectin-1 to inhibit immune effector cells. Blood. 116:3770-9.

Müller, I., Vaegler, M., Holzwarth, C., Tzaribachev, N., Pfister, S. M., Schütt, B., Reize, P., Greil, J., Handgretinger, R., Rudert, R. (2008). Secretion of angiogenic proteins by human multipotent mesenchymal stromal cells and their clinical potential in the treatment of avascular osteonecrosis. Leukemia. 22:2054-61.

Müller, I., Kordowich, S., Holzwarth, C., Isensee, G., Lang, P., Neunhoeffer, F., Dominici, M., Greil, J., Handgretinger, R. (2008). Application of multipotent mesenchymal stromal cells in pediatric patients following allogeneic stem cell transplantation. Blood Cells Mol. Dis. 40:25-32.

Gieseke, F., Viebahn, S., Koscielniak, E., Friedrich, W., Handgretinger, R., Müller, I. (2007). Human multipotent mesenchymal stromal cells inhibit proliferation of PBMC independently of IFNγR1-mediated IFNγ signaling and IDO expression. Blood. 110:2197-200.

Müller, I., Kordowich, S., Holzwarth, C., Spano, C., Isensee, G., Staiber, A., Viebahn, S., Gieseke, F., Langer, H., Gawaz, M. P., Horwitz, E. M., Conte, P., Handgretinger, R., Dominici, M. (2006). Animal Serum-Free Culture Conditions for Isolation and Expansion of Multipotent Mesenchymal Stromal Cells from Human Bone Marrow. Cytotherapy. 8:437-44. 

Gesamtverzeichnis der Publikationen: Pubmed

Anica Ackermann

M.Sc. Technische Biologie, Doktorandin
Telefon: 040 / 42605-1224
ackermann@remove-this.kinderkrebs-forschung.de

Dr. Matthias Bleeke

Mediziner
Telefon: 040 / 42605-1214
bleeke@remove-this.kinderkrebs-forschung.de

Dr. Anne Kruchen

Diplom-Biologin, Postdoktorandin
Telefon: 040 / 42605-1214
kruchen@remove-this.kinderkrebs-forschung.de